Lebenslauf

Heinz Reifler (28. August 1940 – 19. März 2013) wurde in Herisau geboren und gehörte zur jungen St. Galler Kunstszene der späten 1960er-Jahre. Er war Künstler und Macher der Malerei und Plastik.

Heinz wurde am 28. August 1940 in Herisau im Appenzellerland geboren. Im Haus der Grossfamilie hat Mutter Anna Reifler zusammen mit den Grosseltern eine ganz wichtige Rolle für ihn gespielt.

Nach der Schule in Herisau ging Heinz ins Welschland-Jahr nach Morges.

Das Suchen in Sturm und Drang brachten ihn über die Stationen Nyon und Sissach wieder zurück nach Herisau. Dort entwickelte sich eine kreative Zeit und Heinz besuchte ab 1963 die Kunstgewerbeschule in St. Gallen. Ölbilder, experimentelle Herisau-Bilder und ein Selbstbildnis entstehen. Die zwischenzeitliche Arbeit als Pfleger und Betreuer, in der Klinik Münsterlingen bringt neue Erfahrungen und Impulse.

1966 beginnt die Freundschaft mit dem Bildhauer Bernard Tagwerker. Gemeinsam «kunsteten» sie in Tagwerkers Atelier, versuchten und suchten. Er gehörte zur jungen St. Galler Kunstszene der späten 1960er-Jahre.

Im November 1967 heiratet Heinz Liselotte Meyer.

Am 16. Januar 1968 wird Sohn Iwan Alexander geboren. Die junge Familie zieht in den Aargau nach Untersiggenthal. In unmittelbarer Nachbarschaft in Turgi kann hier seine Frau Lilo als Entwerferin und Zeichnerin den Lebensunterhalt für die kleine Familie verdienen.

Für Heinz kommt nun zur Arbeit als freischaffender Künstler auch die Aufgabe des Vaters und Erziehers des kleinen Iwan Alexanders hinzu. Dies beflügelt sein Herz. Es beginnt eine neue, produktive Schaffensperiode, ein Aufblühen.

Die Zusammenarbeit mit den Ostschweizer Künstlerkollegen Tagwerker, Schweizer und Fürer aus St Gallen ist kreativ und fruchtbar. Seine Suche nach Neuem, seine künstlerischen Ideen finden Verwirklichung in den nun entstehenden Plastiken und Bildern in verschiedenen Techniken. Mit grosser Ausdauer und Begabung meistert er die handwerklichen und technischen Herausforderungen. Er schafft überzeugende künstlerische Werke.

Es folgen diverse Ausstellungen in Lausanne, Baden, Brugg und Aarau. Langsam stellt sich der Erfolg ein.

Die Begegnung mit dem Sammler Max Amsler war für Heinz Reifler von ausserordentlicher Bedeutung. Es ist eine Freundschaft über viele Jahre. Diese führte immer wieder in Gesprächen zu neuen Kontakten und Ideen.

Die Stärken von Heinz sind seine unerschöpfliche Kreativität, seine handwerkliche und manuelle Begabung. Sein konkreter Wissensdurst. Seine völlige Hingabe in ein Projekt, in neue Technologien. Er ist stetig auf der Suche nach Neuem. Was gab es noch nicht? Reifler hat nie konventionelle Kompromisse gemacht. Er wollte die kreative Herausforderung, die peinlichst genaue Umsetzung. Seine Kenntnisse waren fundiert. Die Gespräche und der Austausch mit ihm waren anregend und spannend. In der Malerei, in der Kunstgeschichte interessierten ihn die alten Meister der Frührenaissance genauso wie die moderne Malerei.

Seine letzten Jahre im Rentenalter zog sich Heinz immer mehr auf sein lokales Umfeld zurück. Der Kontakt und die Gespräche mit Nachbarn, Freunden und Bekannten in seiner Umgebung wurden immer wichtiger. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich und liess ein intensives Arbeiten nicht mehr zu.

Kurz nach einer Operation im Spital Baden verstarb Heinz Reifler am 19. März 2013 in seinem erst 73igsten Lebensjahr.

Wenn ich meinen Bildern Titeln geben müsste, würde ich sie nach den Sternen benennen.

(Heinz Reifer, 1989)